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29.11.2021

Schnabl/Windholz: „Wo Niederösterreich draufsteht, muss Sicherheit für Gemeinden und Freizeitvergnügen der BürgerInnen drin sein!“

Mit dem Skigebiet Lackenhof würde ein wichtiges Tourismusziel Niederösterreichs abhandenkommen

 

„Alle Anstrengung“, fordern LHStv. Franz Schnabl und der Tourismussprecher der SPÖ NÖ, LAbg. Rainer Windholz, in das Unternehmen „Rettung des Skigebietes Lackenhof am Ötscher hinein zu verwenden. Das Land NÖ dürfe der Schließung von nahen Freizeitdestinationen und einem Ausverkauf dieser nicht tatenlos zusehen, fordern die beiden.

 

Für das von Landesrat Danninger präsentierte „Krisenpaket“ fehlen beiden die Worte: „Üblicherweise hat man einen besseren Plan, bevor man einer Region die Lebensader abschneidet! Wer ruiniert eine Tourismusdestination, bevor es ein Zukunftsmodell gibt?“ Die beiden Sozialdemokraten stellen, angesichts der immer wieder erwähnten „wirtschaftlichen Abwägungen“ für kleine aber feine Wintersportgebiete, die Frage: „Welches wird das nächste sein?“

 

Jeder Gemeindepolitiker wisse bei manchen Investitionen muss der gesellschaftlichen vor der wirtschaftlichen Frage Vorrang eingeräumt bekommen. „Möchte ich meinen BürgerInnen ein Freibad oder gar ein Hallenbad bei leistbaren Eintritten bieten, wird das wohl selten zu einem wirtschaftlich erfolgreichen Leuchtturmprojekt. Ebenso verhält es sich mit Eislaufplätzen, dem Bau von Radwegen oder dem Bereitstellen anderer touristischer Einrichtungen – auch hierunter ist selten eine regionale „Cashcow“. Hier geht es um den Wert für die Gesellschaft, um Freizeitangebote und um die Gewährleistung von Naherholungsmöglichkeiten. Da darf eben in den Augen das Landes NÖ, das mit Geld der niederösterreichischen SteuerzahlerInnen operiert, nicht in erster Linie das Euro-Zeichen blinken, sondern müssen gesellschaftliche Faktoren für die NiederösterreicherInnen ebenso gegenübergestellt werden, wie die Umwegrentabilität. In der Region stehen nun neben den Skiverleihen, Angestellten rund um den Liftbetrieb auch zahlreiche Zulieferer, Gastronomie, etc. plötzlich und unerwartet vor den Trümmern ihrer Existenz“, beschreibt LHStv. Franz Schnabl.

 

Die örtliche und regionale Wirtschaft habe sich bereits für die Wintersaison gerüstet und eingekauft, wissen Schnabl und Windholz. Sogar für lokale Politiker der niederösterreichischen Mehrheitspartei, wie etwa für ÖVP-LAbg. Anton Erber, kam die Entscheidung völlig überraschend und er meint dazu: man könne diese „nicht einfach hinnehmen“. Eine Entscheidung, die – wie aus heiterem Himmel - die Schröcksnadel-Gruppe MIT Zustimmung der 40 Prozent-Eigentümerin Eco Plus Alpin, einer Tochter der Eco Plus, die wiederum zu 100 Prozent im Eigentum des Landes NÖ steht, getroffen hat: „Lackenhof muss seinen Skibetrieb einstellen und die Anlagen werden im Frühjahr abgebaut.“

 

„Man fragt sich, wie das Land Niederösterreich ohne auch nur mit der Wimper zu zucken einem Ausverkauf und dem Zusperren zentraler Tourismusdestinationen zustimmen kann – und ohne Wissen der politisch Verantwortlichen geht so ein Beschluss einer Gesellschaft, deren 100 Prozent-Eigentümer das Land NÖ ist, im Normalfall nicht von statten. Da ist auch der Ärger von ÖVP-Landtagsabgeordneten zu verstehen. Diesen können sie aber gleich an ihren eigenen ÖVP-Tourismus-Landesrat Danninger herantragen – die SPÖ NÖ verlangt einerseits Antworten auf die drängendsten Fragen und andererseits ein Alternativkonzept, das seinen Namen auch verdient und das dem Skifahren in Lackenhof das Überleben sichert“, fordert LAbg. Windholz und kündigt eine Anfrage an Danninger und die politisch Letztverantwortliche, Landeshauptfrau Mikl-Leitner, an.

 

Die Liste der Fragen, die sich hier an die ÖVP-Landeshauptfrau und den ÖVP-Tourismus-Landesrat aufdrängen ist lang – unter anderem werden Antworten eingefordert zu:

 

  • Welche Anstrengungen wurden unternommen, um den Skibetrieb am Ötscher weiter zu führen?
  • Gab es ein Angebot des Landes NÖ eigeninitiativ die Bergbahnen in Betrieb zu halten?
  • Wann wusste der zuständige Landesrat von den Schließungsplänen?
  • Um welche Höhe des jährlichen Abganges in Nicht-Corona-Zeiten handelt es sich?
  • Welche regionale Wertschöpfung wird durch das Skifahren am Ötscher erzielt?
  • Wieviele direkt und indirekt betroffene ArbeitnehmerInnen und Wirtschaftsbetriebe in Lackenhof und der gesamten Region rund um den Ötscher stehen vor den Trümmern ihrer Existenz?
  • Was bedeutet eine derartig wirtschaftliche Abwägung, bei Hintanstellung aller gesellschaftlichen Erwägungen, für die übrigen Skigebiete, die sich im (Mit)-Besitz des Landes NÖ befinden?
  • Ist Tourengehen und Berglauf – wozu es jetzt keine besonderen Anstrengungen bedarf – das einzige Konzept des Landes NÖ?

 

Wenn sich die Eco Plus auf die Fahnen heftet Unterstützer strukturschwacher Regionen zu sein, dann treffe dies hier in jedem Fall ganz und gar nicht zu, meinen Schnabl und Windholz: „Hier wird einer ganzen Region der Todesstoß versetzt!“

 

„Beteiligungen des Landes Niederösterreich müssen Sicherheit bedeuten – Sicherheit für die Projekte, Sicherheit für die Gemeinden, die Wirtschaft, die ArbeitnehmerInnen, kurz: Für die NiederösterreicherInnen. In diesem Fall zeigt die Wirtschaftsagentur des Landes jedoch, dass ihr augenscheinlich der gesamt-gesellschaftliche Zugang fehlt“, will LHStv. Franz Schnabl für die Weiterführung des Skibetriebs kämpfen. Er wird dies auch in der Landesregierungssitzung am Dienstag thematisieren.