Bezirksorganisation Mistelbach

  • Facebook icon

Wohnen und Bauen erschwinglich machen

Im Weinviertel gibt es bei den Grundstückspreisen ein starkes Nord-Süd-Gefälle. In Pillichsdorf oder Wolkersdorf sind 200 Euro pro Quadratmeter bereits zum Normalpreis geworden – wobei es grobe Ausreißer nach oben gibt. In Gemeinden entlang der Staatsgrenze ist ein Quadratmeter Baugrund noch für 12 bis 15 Euro zu haben, wenn man in Kauf nimmt, etwas abgelegen und ohne Anschluss an das Bahnnetz oder die Autobahn zu wohnen.

Im Bezirk bzw. der Stadt Korneuburg wiederum ist der teuerste Preis des Bezirks Mistelbach erst die Untergrenze: Da geht’s oft bei 500 Euro los. In Gerasdorf zahlt man im Schnitt 370, in Langenzersdorf um 400 Euro pro Quadratmeter Baugrund. Die Weinviertler Nationalrätin Melanie Erasim sieht hier ein Problem immer mehr auf uns zukommen: „Es darf nicht sein, dass die Einheimischen immer schlechter wohnen müssen, weil sie sich eine teuren Wohnungen und Grundstücke nicht mehr leisten können, und die wohlhabenderen Wiener sich hier die teuren Objekte als Zweitwohnsitz kaufen, aber nicht das geringste Interesse daran haben, sich am Dorfleben oder in den Vereinen zu engagieren.“

Der Bezirk Hollabrunn ist bei den Grundstücken wieder günstiger – Hollabrunn und Göllersdorf sind mit 60 Euro /m2 bereits die teuersten Gemeinden. Aber es gibt in vielen Gemeinden auch Grund um 10 Euro. Die Baukosten sind allerdings im gesamten Weinviertel annähernd gleich hoch – aber die Einkommen nicht. So liegt das Medianeinkommen im Bezirk Korneuburg bei 2.007 Euro, in Mistelbach bei 1.922 im Bezirk Hollabrunn aber nur bei 1.656 Euro. Das erklärt auch die hohe Zahl an PendlerInnen, die z.B. in Wien besser bezahlte Jobs suchen.

Schon heute ist es so, dass Jugendliche es schwer haben, in ihrer Heimatgemeinde zu bauen, wenn nicht die Eltern ein Grundstück oder das Startkapital dazu beisteuern. „Ich kenne aber auch Familien, die ihre Wohnungen in der Stadt verlassen und in eine billigere Gemeinde ziehen mussten, weil sie sich die Miete nicht mehr leisten konnten. Vor allem Alleinerzieherinnen finden sich immer öfter in der Armutsfalle wieder“, sagt NR Melanie Erasim.

Daher fordern Bundesvorsitzende Pamela Rendi-Wagner und NR Melanie Erasim, dass die Mehrwertsteuer auf Mieten abgeschafft und dies direkt an die Mieter weitergegeben werden muss. Ebenso sollen die Vermieter die Maklergebühren zahlen, sie geben dem Makler ja auch den Auftrag. Und es muss Richtwerte für Mietwohnungen geben, die 6 Euro pro Quadratmeter nicht überschreiten dürfen. Und damit Baugrund gerade im Nahbereich von Wien nicht zum Spekulationsobjekt wird, müssen die Gemeinden einen Bauzwang verordnen.