Bezirksorganisation Mistelbach

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Ärztliche Versorgung ein Fall für den Doktor

In Laa fehlt ein praktischer Arzt, in Wolkersdorf ein Zahnarzt – und Fachärzte wie Kinderärzte sind fast überall im Weinviertel Mangelware, es sei denn, man kann sich den Gang zum Wahlarzt leisten. Hier aber zahlt man, zusätzlich zu den Beträgen, die man bereits von der Sozialversicherung abgezogen bekommt, noch einmal kräftig drauf. Und die Situation wird in den kommen Jahren nicht besser werden, denn viele Weinviertler Ärzte gehen bereits aufs Pensionsalter zu.

Unter den betroffenen Gemeinden ist ein regelrechter „Bieterbewerb“ um die Ärzte entstanden. Man baut ihnen schöne, neue Praxen, übernimmt manchmal sogar die Betriebskosten. Die Kosten werden also auf die Gemeinden und damit auf uns Bürger abgewälzt – und der Doktor geht dorthin, wo ihm am meisten geboten wird.

„Ich bin dafür, dass man überall, wo ein Arzt ist, auch in unmittelbarer Nachbarschaft seine Medikamente bekommen muss. Wir dürfen nicht die Ärzte- und Apothekerkammer ausschnapsen lassen, wer eine Hausapotheke haben darf und wer nicht, sondern uns ausschließlich an der ärztlichen Nahversorgung der Bürger orientieren“, sagt die Weinviertler Nationalrätin Melanie Erasim.

Zusätzlich kann die Möglichkeit, dass nun Ärzte andere Ärzte anstellen dürfen dazu beitragen, Wartezeiten zu verkürzen, die Öffnungzeiten auszuweiten und ein breiteres fachärztliches Angebot in Orten zu schaffen, in denen es auch ausreichendes Patientenaufkommen gibt.

NR Melanie Erasim ist dafür, das Problem mit den Landärzten schon bei der Ausbildungwurzel zu packen: „Denken wir doch darüber nach, MedizinstudentInnen besonders zu fördern, wenn sie sich verpflichten, nach dem Studium für eine bestimmte Zahl von Jahren im ländlichen Bereich zu arbeiten. Das würde den Studierenden und den Menschen im Weinviertel helfen.“